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Unsere Schule

Förderschule in Hamburg

Unsere Schule ist eine Förderschule, eine von einundzwanzig Förderschulen in Hamburg. Förderschulen besuchen Schüler, die in anderen Schulen beim Lernen nicht richtig mitkommen. Schüler mit Schwierigkeiten beim Lernen können in einigen Grundschulen auch dort gefördert werden. Doch die weitaus meisten Schüler mit erheblichen Lernschwierigkeiten gehen auf Förderschulen.

Unsere Schüler werden uns von den anderen Schulen gemeldet. Manchmal melden auch Eltern ihre Kinder, wenn sie erfahren, wie hilflos oder verzweifelt ihre Kinder beim Lernen sind. Wir überprüfen die gemeldeten Kinder daraufhin, ob wir wirklich die richtige Schulart sind. Manche weisen wir auch zurück.

Unsere Schüler sehen genauso aus wie alle anderen Schüler. Sie haben ähnliche Interessen wie viele Gleichaltrige, Fußball, Handys, Musik. Wir erleben auch nicht mehr Gewalt als an anderen Schulen, im Gegenteil, weil wir nicht so groß sind, wird manches wie in einer Familie geregelt. Unsere Klassen gehen von Klasse zwei bis Klasse zehn, aber es sind im Schnitt nur dreizehn Schüler in der Klasse. Insgesamt sind wir nur 107 Schülerinnen und Schüler. Weil 14 vollbeschäftigte Lehrerinnen und Lehrer an der Steinbeker Marktstraße tätig sind, haben sie alle viel mehr Zeit für den Schüler und die Schülerin als an anderen Schulen.

Die Zahl unserer ausländischen Schüler ist in den letzten Jahren gestiegen. Zwar sind die deutschen Kinder nach wie vor mit großem Abstand die größte Bevölkerungsgruppe, doch insgesamt bilden die Kinder ohne Deutsch als Muttersprache inzwischen die Mehrheit.

Jedes Kind hat seine Lehrerin oder seinen Lehrer. Die weitaus meiste Zeit wird es von ihr oder von ihm unterrichtet. Fach- und Kursunterricht findet auch statt, aber nur wenige Stunden die Woche. Die Lehrerin und der Lehrer nehmen sich viel Zeit für die persönlichen Probleme der Schüler und für das Zusammenleben innerhalb der Klasse.

Trotzdem wird an unserer Schule wie in anderen Schulen in erster Linie gelernt. Wir schreiben Tests und Abschlussarbeiten, die Schülerinnen und Schüler erhalten Zeugnisse und andere Beurteilungen. Erreichen tun ihn nur wenige, aber auch der Hauptschulabschluss ist über Umwege durchaus möglich. Der altbekannte Grundsatz "Die Schule bereitet für das Leben vor." gilt für unsere Schulart und unsere Schule genauso. Eine spätere berufliche Tätigkeit unserer Schüler ist nach wie vor unser Ziel, wenn sie auch nicht mehr für alle erreichbar ist. Sich zurechtzufinden in Familie und Haushalt, umzugehen mit Behörden, das Freizeitleben zu gestalten sind unsere wichtigen Lernziele. Nach der Entlassung aus der Schule gibt es keine Förderschule und keine vergleichbare Einrichtung mehr. Somit sind keine Einschränkungen, aber auch keine Hilfen mehr vorgesehen. Unsere ehemaligen Schüler sind eingebunden in die Nachbarschaft, finden sich mehr oder weniger gut im Arbeits- und im Freizeitleben zurecht. Sie gelten als fleißig oder als faul, als höflich oder als unverschämt, aber eines spielt keine Rolle mehr - ihre Vergangenheit als Förderschüler.



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(Änderungsdatum: 14.02.12)